Lügengeschichte Schokolade

Lügengeschichte Schokolade

Therese stand ratlos vor dem Kleiderschrank. Natürlich war dieser prall gefüllt, doch hatten wir Frauen nicht alles das gleiche Problem: ich habe nichts anzuziehen!

Nackt stand sie da, die Arme in die Hüften gestützt. „Hm“ beherzt griff sie in den Schrank, zog ein Kleid heraus, hielt es vor sich hin. „Entsetzlich – so geht das nicht!“ Erstmal ein Stück Schokolade. Während Therese den zarten Schmelz auf ihrer Zunge spürte, wurde ihr warm. Sie sah in den Spiegel und traute ihren Augen nicht. Die dunkelbraune Schokoladencreme schlängelte sich an ihren Beinen hoch, krallte sich an ihren Hüften fest und überzog, Zentimeter für Zentimeter, Therese’ Körper. Ihre prallen Brüste glänzten im Schokoladenschmelz. Sie aß noch mehr Schokolade. Rippe für Rippe aß sie. Und je mehr sie aß, desto üppiger wurde ihr Schokoladenkleid. Therese hatte die ganze Tafel gegessen und sah glücklich in den Spiegel. Ein Rüschenkleid aus Schokolade, mit einem Dekolleté aus dunklen Rosetten. Sachte berührte sie den Rock und schleckte in einem fort an ihrem Finger. Doch was stand da auf ihrem Schokoladengürtel? Sie setzte sich ihre Brille auf: Lindt & Sprüngli.

© Ulrike Berchtold